Was ist DIALOG?

Im Gespräch mit Schülern der Wittelsbach-Realschule plus erklärt Sonja Lingelbach vom Pfälzischen Verein für Soziale Rechtspflege Vorderpfalz e.V. das Projekt DIALOG zum Täter-Opfer-Ausgleich:

Was ist DIALOG?
DIALOG ist eine Einrichtung des Pfälzischen Vereins für Soziale Rechtspflege Vorderpfalz e.V. und führt im Auftrag der Staatsanwaltschaft sowie der Gerichte im Landgerichtsbezirk Frankenthal  den Täter–Opfer-Ausgleich durch.

Was ist ein Täter–Opfer-Ausgleich?
Der Täter–Opfer-Ausgleich versucht eine außergerichtliche Einigung zwischen Beschuldigtem und Geschädigtem herbeizuführen und damit die Folgen einer Straftat zu verringern oder zu beseitigen.

Wer kann einen Täter–Opfer-Ausgleich anregen?
–    Der Staatsanwalt
–    Der Beschuldigte selbst
–    Ein Rechtsanwalt
–    Der zuständige Richter
–    Die Polizei

Muß ich an einem Ausgleich teilnehmen?
Nein, die Teilnahme kann auch abgelehnt werden.

Wer ist zuständig?
Für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren ist das Jugendamt zuständig. Für die Altersklasse 18 bis 20 Jahre ist die Täter–Opfer-Ausgleichsstelle DIALOG zuständig (Alter der Beschuldigten).

Was sind die Ziele eines Ausgleichs?
–    Wiedergutmachung der Straftat
–    Klärung des Konflikts
–    Und die Wiederherstellung des Rechtsfriedens

Wie kann die Wiedergutmachung aussehen?
z.B:
–    Entschuldigung
–    Gemeinnützige Arbeit
–    Schmerzensgeld
–    Geschenk, Gutschein, vielleicht auch ein Blumenstrauß

Welche Bedeutung kann ein Ausgleich haben?
Er kann darüber entscheiden, ob ein Strafverfahren nach erfolgreichem Täter-Opfer-Ausgleich folgenlos eingestellt oder eine Strafmilderung im Urteil berücksichtigt werden kann.

Wer kann mit einbezogen werden?
Bei Konflikten in der Schule können auch Lehrer, Sozialarbeiter oder auch andere Schüler mit einbezogen werden.

Wann spricht man von Erfolg?
Von Erfolg spricht man wenn eine Einigung herbeigeführt hat und es auch zur Erfüllung der Vereinbarung kommt.

Wie viele Fälle wurden im Jahr 2010 behandelt?
2010 wurden von der Ausgleichsstelle DIALOG 530 Verfahren bearbeitet, wovon man bei 300 Fällen eine Einigung herbeiführen konnte.  Bei 11 Fällen handelte es sich dabei um Selbstmelder. Bei 200 Fällen sind die aufgeforderten Personen nicht erschienen oder haben im Erstgespräch mit dem Vermittler die weitere Beteiligung am Täter-Opfer-Ausgleich abgelehnt.

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