Maßnahmen und Projekte

Auswahl der vom Fachdienst durchgeführten Maßnahmen und Projekte:

Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten  -FreD –
(unter Beteiligung von Mitarbeitern der Schulsozialarbeit und der Staatsanwaltschaft)
Wir wollen zum kritischen Umgang mit psychoaktiven Substanzen anregen und bieten deshalb eine Maßnahme für erstauffällige Drogenkonsumenten an. Die Maßnahme ist als Kurzintervention in Form eines 4 x zweistündigen Kurses angelegt.
Kursinhalte u.a.
–    Rechtliche Situation und mögliche strafrechtliche Folgen
–    Reflexion des eigenen Verhaltens
–    Verhalten im Notfall
–    Individuelles Auswertungsgespräch

Bücherkanon
Wir erproben Alternativen zur Arbeitsweisung. Eine Maßnahme unter der Überschrift „Bücherkanon“ greift im Bereich der Alltagskriminalität und geht auf eine Anregung der Jugendgerichtshilfe in Dresden zurück. Durch die Lektüre eines auf die individuelle Situation des betroffenen Jugendlichen abgestimmten Buches soll er zur Auseinandersetzung mit der Straftat und seiner eigenen Lebenssituation angeregt werden. Um diesen Auseinandersetzungsprozess zu strukturieren, werden die Inhalte mit dem Jugendlichen durch einen Mitarbeiter des Fachdienstes aufgearbeitet. Die Ludwigshafener Stadtbibliothek hat eine Liste mit themenbezogenen Jugendbüchern mit der entsprechenden Sekundärliteratur erstellt.

Sozialpädagogisch betreute Arbeitsweisungen
(Naturschutzprojekt)
Wir haben den Anspruch, Arbeitsweisungen pädagogisch sinnvoll im Rahmen der Sozialen Gruppenarbeit umzusetzen. Wir bieten straffällig gewordenen Jugendlichen deshalb  die Möglichkeit „ihre“ Arbeitsweisung in interessanten Tätigkeitsfeldern des Naturschutzes zu erbringen. Sie werden dabei von Mitarbeitern des Fachdienstes betreut und von ehrenamtlich im Naturschutz tätigen Bürgern angeleitet. Der Mitarbeiter des Fachdienstes übernimmt dabei auch in der praktischen Arbeit eine Vorbildfunktion. Gemeinsames Ziel ist es, den Jugendlichen den Nutzen ihrer Arbeit als eine Form der Wiedergutmachung deutlich werden zu lassen und ihnen Fähigkeiten zu vermitteln, die sie auch  in anderen Lebensbereichen anwenden können. Bewährt hat sich auch die Kooperation mit der Mosaikschule – Schule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung Ludwigshafen – und der Einsatz von Elementen der Kunstpädagogik.

Täter-Opfer-Ausgleich

Wir sehen den Täter-Opfer-Ausgleich als ein wirksames Instrument im Bereich der Jugendstrafrechtspflege an und führen ihn für Jugendliche selbst durch. Der Täter-Opfer-Ausgleich ist als Konflikthilfe eingebunden, in die Betreuungsarbeit gemäß § 52 Abs. 2 SGB VIII und wird im Haus des Jugendrechts überwiegend im Bereich der Diversion (Vorfeld einer möglichen Gerichtsverhandlung gemäß den §§ 45,47JGG) durchgeführt.

Projekt „Frühe Intervention und Beratung Strafunmündiger“ (F.I.B.S.)

Wir beschäftigen uns aktuell, im Rahmen der Weiterentwicklung des Hauses des Jugendrechts und mit wissenschaftlicher Begleitung, intensiv mit delinquentem Verhalten von Kindern im Übergang zur Strafmündigkeit. Mit einer neuen behördenübergreifenden Verfahrensweise wollen wir vermeiden, dass sich bereits vor dem 14. Lebensjahr gravierende Fehlentwicklungen abzeichnen ohne dass die präventiven Möglichkeiten der Jugendhilfe zum Tragen kommen. Insbesondere im Bereich der Kinderdelinquenz ist das Jugendamt darauf angewiesen, dass die Mitarbeiter zeitnah von Problemlagen erfahren um adäquat reagieren zu können. Der Polizei kommt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zu. Es bot sich deshalb an, die an der Schnittstelle zwischen Polizei und Jugendamt im Haus des Jugendrechts entwickelten Kooperationsstrukturen zu nutzen. Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes liegt bei der Entwicklung und Erprobung spezifischer Jugendhilfemaßnahmen.
Die wissenschaftliche Begleitforschung hat das ISM – Institut für Sozialpädagogische
Forschung Mainz e.V. – übernommen.

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